Montag, 15. April 2013

Elternarbeit

Ja, Elternarbeit gestaltet sich bei uns doch ziemlich schwierig. Es gibt mehrere Typen von Eltern, alle beinahe zu gleichen Teilen vertreten:

1. Die "netten" Eltern
Es gibt sie. Auch bei uns. Sie holen ihr Kind ab, stellen Fragen, sind neugierig, interessiert und hilfsbereit. Sie finden das, was wir machen und wie wir es machen gut und unterstützen uns dabei. Sie äußern Kritik, geben Anregungen, verteilen Lob. Ich mag sie =)

2. Die "sturen" Eltern
Sie halten an ihrem Erziehungskonzept fest. Möge es gut aber auch schlecht sein. Was SIE machen ist richtig, was WIR machen ist falsch. Wie können wir denn bitte IHREM Kind einen Strich geben, geschweige denn, es zu bestrafen??? Zuhause darf es hauen (man muss sich ja durchsetzen), also auch bei uns. Und WIR haben bitte dafür und für alles andere Verständnis. Und wehe nicht!!!

3. Die "fremdsprachigen" Eltern
Sie verstehen nichts, weil sie nichts verstehen. Einige von ihnen werden von Dolmetschern begleitet, damit sie sich wenigstens ein bisschen mit uns unterhalten können. Andere kommen gar nicht. Leider kommen wir selten in den Genuss eines Dolmetschers. Wir können uns zwar in mehreren Sprachen verständigen, aber aserbaidschanisch oder lettisch gehört definitiv nicht dazu...

4. Keine Eltern
Sie sind nicht da. Sie kommen nicht. Wir haben sie noch nie gesehen. Aber sie existieren. Zumindest erzählen die Kinder von ihnen. Und Verträge haben sie auch unterschrieben und per Post zurückgeschickt. Das wars dann schon an Anwesenheit.
Gehts dem Kind schlecht und möchte nach Hause: "Diese Nummer ist vorrübergehend nicht zu erreichen!"
Das Kind hat / macht Schwierigkeiten: "Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal!"
Es tauchen Fragen auf: "The person you`ve called...."

Man merkt: Die Kinder sind so, wie die Eltern sie gemacht haben. Nur, dass man gemeinsame Wege findet, um weiterzugehen, ist in der Realität schwer...

Warum ich das Thema anschneide? Weil wir heute im Team über einen festen Elternsprechtag oder Elterngespräche redeten. Aber wozu, wenn 75 % der Eltern eh nicht erscheinen... Und glaubt mir: 75% der Kinder bei uns sind definitiv als schwierig einzustufen. Fällt euch was auf?

Kommentare:

  1. Würde ich so nicht unterschreiben.
    Ich bin eine der Mütter, die nicht ständig in der Schule anwesend war und auch beim Kuchen backen für Festlichkeiten nicht hier geschrieen hat.
    Aber ich war zumindest erreichbar unter der angegebenen Telefonnummer und zum Elternabend habe ich es auch geschafft. (Jedoch nie zu irgend welchen Info Abenden).

    Meine Kinder habe ich eigentlich dazu erzogen anderen gegenüber respektvoll und freundlich zu sein. Ich war auch felsenfest davon überzeugt, dass da was hängen bleiben wird.

    Mein Sohn ist jetzt 15 Jahre alt und alles andere als nett, freundlich und respektvoll.
    Er stänkert auf die schwächeren Kids ein, hat eine Ausdrucksweise bei der mir schlecht wird und respektvolles Verhalten kennt er nur noch, wenn er etwas bestimmtes erreichen will.
    Klingelt Zuhause das Telefon, hoffe und bete ich, dass es nicht (schon wieder) die Schule ist.

    ICH habe ihm das so nicht vorgelebt!
    Kinder sind wie sie sind. Man kann sie leiten und führen, aber ihren Weg gehen sie irgendwann alleine.

    LG Nine

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  2. Der Hauptteil der Erziehung steckt nunmal bei den Eltern. Natürlich hängt das mit vielen Faktoren zusammen (Umfeld, Pubertät, Vorbilder). Dass du ihn nicht so gemacht hast und es wahrscheinlich auch nicht wolltest, ist mir klar. Würde dich nach deiner Beschreibung aber trotzdem zu den "netten" Eltern zählen.
    "Unsere" Eltern sind da echt teilweise sehr krass... "Mein Kind hat ein anderes verprügelt? Toll, daran sieht man doch, wie stark er ist"... Ich denke, die Eltern tragen zumindest anfangs mit dazu bei, später geht jeder seine eigenen Wege... Danke für dein so offenes Kommentar und gLG

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