Dienstag, 21. Mai 2013

Das ärgert mich!

Man redet über mich. Und man redet auch mit mir... Mit den Nachbarn Familie Meier-Müller-Dingsbums hatte ich in den letzten Tagen ein angeregtes Gespräch...

Es ging um meine Arbeit. Man warf mir vor, dass man in der heutigen Zeit ja als Frau gar nicht arbeiten müsse, wenn der Mann Geld verdient. Früher habe man das auch geschafft: Der Mann ging arbeiten, die Frau blieb zu Hause bei dem Kind / den Kindern... Warum also gehe ich bitte arbeiten???

Ich gehe arbeiten, dazu stehe ich und ich tue das aus mehreren Gründen:


  • Ich habe eine lange Ausbildung gemacht. 5 Jahre hat sie gedauert. Das hab ich mir nicht umsonst angetan. Die Ausbildung an sich war zwar echt schön, aber auch sehr nervenaufreibend, stressig und zeitaufwendig...
  • Ich liebe meine Arbeit. Ich gehe gern in die Schule. Freue mich auf jeden Arbeitstag und jede Herausforderung, die da auf mich wartet.
  • Ich möchte beruflich vorankommen. Zur Zeit bin ich stellvertretende Leitung, das Ziel der Leitung bleibt aber fest in meinem Kopf =)
  • Natürlich ist da auch der finanzielle Aspekt. Ich arbeite und kriege Geld dafür. Das Geld brauchen wir nicht sooo nötig, aber... Ich will mir und vor allem meinem Sohn auch etwas bieten können. Ich möchte nicht jeden Cent fünfmal umdrehen müssen. Und ein wenig was zur Seite legen möchte ich auch, denn irgendwann soll auch unser kleiner Murgel ein Geschwisterchen bekommen...
Nun zu Familie Meier-Müller-Dingsbums:
Oma M-M-D ist verwitwet. Opa M-M-D hat ihr zu einer ausreichenden Witwenrente verholfen. Früher hat sie ihre 5 Kinder betreut...
Mutter M-M-D geht auch nicht arbeiten. Will sie auch nicht machen. Man muss sich ja schließlich auch mal erholen...
Vater M-M-D geht einer normalen 8-Std. Tätigkeit nach...

Nun wirft mir diese Familie also vor, dass ich meine Arbeit mehr liebe als mein Kind, denn das schiebe ich ja ab zur Tagesmutter, obwohl ich es ja gar nicht nötig hätte... (Nur so nebenbei: Mein Sohn geht seit er 1 Jahr alt ist zu seiner Tagesmutter und liebt sie abgöttisch^)

Achja: Familie M-M-D ist im Insolvenzverfahren. Sie haben sich in den letzten 6 Monaten angeschafft: Einen neuen Kühlschrank (200 €), einen Pool (400 €), ein neues Wohn- und ein neues Schlafzimmer (ca. 500 €), eine PS3 mit diversen Spielen (400 €)...

Irgendwas mache ich falsch. Ich gehe arbeiten und leiste mir das nicht. Wie machen die das??? Und das man dann noch so über mich redet, DAS ärgert mich!!! Oder wie seht ihr das???

Kommentare:

  1. Nicht ärgern, nur wundern.
    Ich habe Sohnemann während meiner Ausbildung bekommen. Wurde von der Berufsschule befreit im 6. Monat, da meine Wampe im sitzen die Beine zum Einschlafen brachte und sitzend nichts mehr ging.
    Arbeiten konnte ich jedoch ohne Probleme und habe dies auch getan.
    Mein Arbeitgeber meldete mich ganz normal zur Abschlußprüfung an.
    In der Schule wurde mir dann mitgeteilt, dass es keine Prüfungsunterlagen für mich gibt, da meine Klassleitung diese nicht angefordert hat, da "Er" der Meinung war, ich würde meine Ausbildung nicht beenden...

    Durfte dann eine Woche später 200 km weiter an eine andere, prüfende Berufsschule fahren und dort meine Prüfung schreiben.

    Ich persönlich halte von Vollzeitjobs mit kleinen Kindern auch nicht viel und würde dies, wenn es finanziell möglich ist, auch nicht machen.
    Aber!!!
    Wen interessiert was ICH will, außer meinem Mann und meiner Familie?
    Leben und leben lassen!

    Du stehst zu Deiner Entscheidung und der Rest kann dir doch egal sein.
    Zu lästern findet man immer was, wenn man lange genug sucht.

    Und zum Thema Wii und Co...
    Ich habe lieber wenig und weiß, dass ich mir das leisten kann bzw. noch genug Geld gespart ist für kleinere Notfälle (kaputte Waschmaschine...), als alles auf Pump zu kaufen und den Überblick zu verlieren.

    LG Nine

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  2. Danke für deine so offenen Worte. Ja, es ist meine Sache. Mittlerweile hat das ganze leider schon weitere Kreise angenommen, da man nun schlecht über mich redet...Aber: Ich bin ja was besseres =) =) =)
    Und deinen Worten kann ich nur zustimmen: Ein Vollzeitjob würde für mich auch nicht in Frage kommen. Und von den ganzen Konsolen habe ich sage und schreibe 1!!! zuhause, dafür aber abbezahlt =) LG

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  3. Absolut unbegreiflich, dass man in der heutigen Zeit dafür kritisiert wird, dass man ein zweites Einkommen erwirtschaftet. Und dann kommt die Kritik von einer Familie, die vermutlich bald vom Staat Hilfe braucht.

    Ganz ehrlich, ich finde es SEHR gut, wenn eine Frau mithilft und Geld verdient. Meinetwegen auch mehr als der Mann. Männer haben es nämlich nicht leicht als Alleinverdiener - sie müssen immer zuverlässig das Geld nach Hause bringen. Da darf kein Burnout passieren, keine Fehler, und man muss immer die Verantwortung tragen. Nach Ansicht mancher Menschen soll der Mann also bis zur Rente ohne Unterlass immer das Geld liefern.

    Mir ist es lieber, wenn die Verantwortung geteilt wird. Wenn auch ein Mann sich mal eingestehen darf, dass er mit seinem Arbeitgeber nicht glücklich ist und die Stelle wechseln will... dass er dann auch mal darauf bauen darf, dass man sich die Aufgaben teilt. Und dass auch der Mann dann mal zu Hause sein darf und die Wäsche macht und kocht.

    Sind wir noch nicht so weit in Deutschland? Anscheinend braucht es noch ein paar Jahre.

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Ich freue mich über eure Kommentare =)