Freitag, 10. Mai 2013

Auch für mich

... gibts mal Ruhe... 4 Tage frei. 4 Tage lang, ähm, achja, da war ja noch was...MEIN eigenes Kind. Also...

4 Tage lang...

...trotz Urlaub um 5:30 Uhr aufstehen
...immer auf den Beinen
...trösten, schimpfen, ermahnen, helfen usw.
...Haushalt, Wäsche, einkaufen...

Da sage mir einer, dass ICH Urlaub habe... Ja, denn:

  • Morgens vom weltsüßesten Lächeln begrüßt zu werden
  • stundenlang das niedlichste Gekicher hören
  • mit dem kleinen in den Tag hineinleben, nur machen, worauf wir Lust haben
  • Kuscheln, kuscheln und nochmal kuscheln
...DAS ist viel mehr wert als langweiliger Urlaub allein =)

Mittwoch, 8. Mai 2013

Muttertagsgeschenke

Heute haben wir die Muttertagsgeschenke an die Kids veteilt, da heute der letzte Arbeits- und Schultag in dieser Woche war. Es ab selbstgebastelte Herzen mit einem Spruch darin und eine Tüte Schokocrossies, selbst gemacht natürlich.

Jetzt dürft ihr dreimal raten, was passiert ist...

Mindestens 10 Kinder hatten am Ende des Tages KEIN Geschenk mehr für die Mutti. Das Geschenk landete noch in der Schule im eigenen Bauch...

10 weitere Kinder behaupteten, ihre Mutter möge gar keine Schokolade, die Crossies dürften sie dann wohl selber essen...

Einige Kinder aber waren wirklich ganz stolz auf ihre eigene Leistung und freuen sich schon auf Sonntag, wenn sie das Geschenk endlich überreichen dürfen!

Dienstag, 7. Mai 2013

Ähm, geht's noch???

Folgende Situation: Zweitklässlerin, nennen wir sie mal Chantal, wird vom Vater abgeholt. Allerdings ist ihre Jacke verschwunden. Jeden Tag verschwinden Jacken und finden sich dann in den Klassenräumen wieder, wo sie einfach vergessen wurden...

Ich gebe in diesem Fall immer dem Elternteil meinen Schlüssel mit, damit sie sich auf die Suche machen können. Bisher lief das auch immer gut. BISHER!

Vater und Tochter stolzieren also los, ich räume derweil die Gruppenräume auf. Ca. 10 Minuten kommt die Mutter eines anderen Mädchens. Ihre Tochter ist aber grad nicht da. Toilette? Klassenraum? Auch ihre Jacke am suchen???

Ich und die Chefin, die die Mutter im Schlepptau hat, ziehen also los. Da fällt mir ein: Wo ist der Vater mit meinem Schlüssel??? Hallo? Da ist mein Fahrradschlüssel dran, den brauch ich morgen!!!

Ich gehe also gezielt zum Klassenraum von Chantal, während Chefin und Mutter einen anderen Weg einschlagen...

Plötzlich sehe ich das Mädchen, das wir suchen. Mit MEINEM Schlüssel in der Hand, versucht sie die Toilettentür abzuschließen.

Ich: "Was machst du bitte mit meinem Schlüssel? Und wo ist Chantal? Und der Vater?"
Mädchen: "Hmm, der Vater hat mir den Schlüssel gegeben und gesagt, ich soll hier abschließen, aber das geht irgendwie nicht!"

Ich war stocksauer. Erstens: Der Vater von Chantal kennt das Mädchen nicht. Er hat also einem wildfremden Mädchen einfach MEINEN Schlüssel in die Hand gedrückt und sich vom Acker gemacht...
Zweitens: In der Schule finden nachmittags auch AGs statt, mit Kindern, die auch mir fremd sind. Was wäre, wenn er einem fremden Kind meinen Schlüssel gegeben hätte?
Drittens: Wie kann man ein Mädchen dazu auffordern, Türen abzuschließen, die man selber aufgeschlossen hat?

DREIST!!!

Montag, 6. Mai 2013

Top Ten: Die besten Anreden

Ich denke, es wird Zeit für eine neue Kategorie. Heute das Thema: Anreden, wie werde ich von den Schülern angesprochen und begrüßt...

  1.  Mit meinem Nachnamen und einem Du davor... "Duuuuu, Frau Chaotin!" Das machen ausnahmslos alle Kinder...
  2. Mit "Ey"... "Ey, kann ich mal ... haben!" oder "Ey, kommst du mal?" Das machen größtenteils die Dritt- und Viertklässler
  3. "Penner". Ist wohl keine Begrüßung, aber das ist wohl das häufigste Wort, dass als Schimpfwort gegen mich verwendet wird...Zu häufig...
  4. "..." ohne Worte. Kinder die kein deutsch können, sprechen nicht, sie zeigen. Das klappt auch ganz gut. Und deutsch lernen sie echt schnell. Diese Anrede wird nur ganz kurz verwendet...
  5. "Mama". Einige Viertklässlerinnen finden es ganz toll, mich Mama zu nennen. Als würden sie dann irgendwie bevorzugt. Nene, is nicht =)
  6. "Der/die XYZ hat..." Das übliche Gepetze. Jeden Tag aufs neue. Der hat mit Sand geworfen, die hat geschubst, der ist noch nicht fertig mit den Hausaufgaben...
  7. "Man!" Immer wenn Kinder sich aufregen. Man, das ist zu schwer. Man, der / die hat mich geärgert. Man, ich will aber noch nen Pudding...
  8. "Frau Chaaaaoooottttiiin!" Gesäuselt... Wenn die Kids was wollen. Wenn sie mir schöne Augen machen. Wenn ich etwas verbotenes erlauben soll. Immer wieder süüüüüüß....
  9. "Bockwurst!" Das ist das Lieblingswort unserer Viertklässlerinnen. Klasse Wort, sehe ich aber irgendwie als Beleidigung an... Die anderen Kolleginnen allerdings auch...
  10. "Mensch, Mädel!" Heute erstmalig vorgekommen. Ich war total perplex. Eine Viertklässlerin steht vor mir: "Mensch Mädel, ich will Nudeln mit Soße!" Woher die das nur nehmen???

Samstag, 4. Mai 2013

Privater Aufreger

Wochenende. Das heißt der Kurze ist ab halb 6 wach. Um 8 Uhr stehen wir schon beim Rewe. Um 11 Uhr hab ich Tanztraining, da muss er ausnahmsweise mal mit. Nachmittags machen wir einen Ausflug mit dem Heimatverein. So, bleibt also nicht mehr viel Zeit für Ruhe. Vor allem für den Zwerg...

Um 12 Uhr lege ich ihn zum Schlafen hin (er hatte es echt bitter nötig). Um halb 1 klingelt es. Aaaaargh...

Ein Paketdienstmitarbeiter steht vor der Tür. DER Paketdienstmitarbeiter schlechthin. Mit richtig lautter Stimme brüllt er:

"Ich hätte hier zwei Pakete für Familie Müller-Meier-Fischer!"
"Pssssscht! Mein Sohn schläft...Bitte ein bisschen leiser..."
"JA KLAR! (brüllend)... Würden Sie das annehmen?"
"Ja, mach ich, aber bitte ein bisschen leiser...!"
"NATÜRLICH. BITTE HIER EINE UNTERSCHRIFT!" (immer noch brüllend...)

Natürlich ist der Kurze wachgeworden. Natürlich konnte er danach auch nicht wieder einschlafen. Natürlich hatte ich den ganzen Tag ein total übermüdetes Kind...

DER Paketdienstmitarbeiter...
...kennt mich dank meinen bestellfreudigen Nachbarn übrigens schon ziemlich gut
... weiß ich dass ich ein kleines Kind habe
...klingelt trotzdem fast jedes Wochenende bei mir, denn Familie Müller-Meier-Fischer öffnet die Tür nicht. Die haben sich zum Schlafen hingelegt =(

Freitag, 3. Mai 2013

Das wars mit dem Spielplatz


Fürs erste machen wir Pause mit dem auf-den-Spielplatz-gehen... Heute waren wir drei Erwachsene, 22 Kinder und ein riesiger Chaoshaufen. Es macht keinen Spass mehr...

Der Hinweg war noch okay. Kind E. (Erstklässler) heulte, wegen eines verlorenen Kartenspiels. Die anderen Kinder stürmten derweil den Spielplatz, während Kind E. sich ca. 200 m entfernt von uns auf einen Stein setzte. Er war noch in Blickweite, also ließen wir ihn erstmal. Nach 15 Min. entschloss sich E. dann aber zum Rückzug - nach Hause. Ich also hinterhergespurtet und ihn unter vielen Tränen zurückgeholt...

Kind Y. (Drittklässler) heulte derweil, weil er beim Fussball nie an den Ball kam. Was sollen wir da groß machen? Die anderen Kinder spielten echt fair, er war nur etwas langsam.

Das Spielen selbst war eigntlich echt schön. Den Kids tat es richtig gut, sie hatten größtenteils richtig Spass... Doch dann kam nach 90 Minuten der Zeitpunkt des Aufbruches. Chaos!!!

M. (Erstklässler) verschwand nochmal auf dem Klettergerüst. Während wir ihn dazu bewegten, wieder runterzukommen, waren aber schon F. und M. (beide Erstklässlerinnen) abgehauen und wollten auch nochmal "kurz" klettern. F. (3. Klasse) vermöbelte grad D. (1. Klasse)...

Nach geschlagenen 20 Minuten hatten wir alle Kinder gesammelt und gingen los. Knapp 5 m, da begann I. (2.Klasse) bitterlich zu weinen, lief in die falsche Richtung, ich mal wieder hinterher...

Während des Rückweges wurde die Gruppe dann sehr geteilt. Ein paar Kinder liefen vor, ohne noch einmal auf uns zu hören. Einige Kinder missachteten sämtliche Verkehrregeln und wechselten im Minutentakt die Straßenseite. Zwei Jungs kamen im Schneckentempo hinterhergekrochen.

Es war unschön. Und vor allem: Es war gefährlich! Aber das sehen die Kids nicht so.

"Die Autos müssen halten, wenn ein Kind über die Straße läuft!"
"Bei Mama dürfen wir das auch immer!"
"Ich bin Türke (Russe, Pole, Deutscher usw.) ich darf das!"

Kurz: Spielplatzbesuche sind fürs erste gestrichen. Eigentlich schade, denn die Kinder hatten sich das echt sehr gewünscht. Nun sind wir am überlegen, ob und wen wir eventuell bei einem nächsten Besuch mitnehmen, denn die anderen Kids, die, die sich benehmen können, wollen wir den Spass ja auch nicht verderben. Schade!

Donnerstag, 2. Mai 2013

Grenzen setzen

"Jedes Kind hat sein Päckchen zu tragen!"

Ja, den Spruch habe ich in letzter Zeit öfter gehört. Und es stimmt. Wir haben überwiegend Kinder aus schlechten Familienverhältnissen. Kinder, die Gewalt nicht nur aus dem Fernsehen kennen. Kinder, die Liebe nur aus dem Fernsehen kennen. Kinder, die zu Hause alles dürfen, weil ihnen keine Grenzen gesetzt werden.

Bei uns schon.

Beispiele? Gerne:

Kind 1 (weiblich, 4. Klasse),, Familiensituation wirklich sehr diffus, ist in den letzten Tagen sehr aggressiv, schreit viel, beleidigt andere, pöbelt herum, stänkert... Sie nimmt sich wirklich viel heraus. Regeln sind ihr egal, sie macht da so ihr Ding. Aus AGs haut sie ab, beleidigt andere Kinder aufs allerübelste. Aber sie macht es hinterrücks. So, dass wir es meist nicht merken. Sie ist link.
Aber sie hat es doch so schwer, da sollen wir sie noch bestrafen?

Kind 2 (türkischer Viertklässler), ebenfalls sehr schwierige Familienverhältnisse. Macht nix, was man ihm sagt, Konsequenzen sind ihm egal. Hat ja eh nix zur Folge. Darf zuhause alles, was er will. Denn er ist der "King". Essen? Nö. Hausaufgaben? Nö. AGs? Nö.
Ihm sollen wir Regeln aufstellen? Nein, denn er ist doch Türke... (wortwörtlich so von ihm gesagt worden)

Kind 3 (nicht deutschsprachiger 2.-Klässler). Familienverhältnisse sind uns nicht genauer bekannt. Er will nicht. Er will nichts. Nicht essen. Nicht Hausaufgaben, nicht spielen. Er will ärgern. Warum? Nur so. Fragt man ihn was, dann lautet die Antwort immer "Nein".
Er ist durch nix von nix zu überzeugen. Er blockiert alles. An ihn kommen wir nicht ran.
Aber er will doch einfach nicht, sollen wir ihn zwingen?

Das sind nur 3 von unseren täglichen Herausforderungen. Jeden Tag aufs Neue. Und ändern tut sich leider nicht wirklich viel =(